Ein ReVox G36 für optional 30cm-Teller mit AEG-Adapter

by Dr. Sieghart Brodka (sieghartbrodka@web.de)

 

Wichtigste Vorteile der G36 zu diesem nicht ganz leichten, aber bei einigem Gefühl,
Geschick und Werkstatt-Miniausrüstung gelingendem Umbau, sind

a) das Vorliegen eines nur 1,5mm-Chassisblechs (ein Gußrahmen wäre schwieriger) und
b) vor allem noch Platz zum Wick.Motor-Verrücken !!, -- wobei ABER !!...
c) zum Ein-/Ausbau in den Koffer entweder einen Aluguß-Querträger seitlich leicht rückbar
einrichten, dh. nur unten mit 1-2 Schrauben zu befestigen bzw. BESSER beide vierfach mit
Holzschrauben gesicherten Querträger nahe den Wickelmotor-Übermaßen leicht halbrund
ausfeilen, je max. 3-4 mm.

I) Vorarbeiten: Kleine Spulenteller, Drehknöpfe, Schrauben, Bandumlenkbolzen,
Bandzugumschalter entfernen, obere Plastikabdeckung abheben,

II) alte Bremsbänder zugfederentlasten, Winkel entsichern, ausbauen. Dann Bremstrommel
von unten her vorsichtig hochhebeln, Zwischen/Abstandsringe auf Wellen, bzw. Nutscheibe
f. Bandzählwerk/Riemen registrieren, ggf. abnehmen.

III) Kernarbeiten:
1) Die Wickelmotoren sind je etwa 10 mm in 45 Grad Winkel schräg nach außen zu rücken.
-- Dazu sind in der oberen 1,5mm-Deckblechwanne die Motorbefestg.schrauben zu lösen, der
Motor nach unten abzuhängen, gegen Späne darunter alles gut abzudecken. Ein Halbrund
des Motorflansch-Durchbruchs 10mm schräg noch oben auf dem Blech anzureißen, knapp
entlang der Rißlinie Loch für Loch ca. 3mm zu bohren und nach Austrennen des Stücks den
neuen Durchbruch halbrund zu feilen, ggf. farblosen Rostschutzlack auftragen.

2) neue 3 Löcher f. Motorenbefestigung zu bohren, das 4.Loch entfällt, da mit Zwischenscheibe
die versetzte 4.Schraube hält. Wi-Motore befestigen, Bremstrommeln leicht aufsetzen, diese
halten auf den Motorwellen mit Federklammer innen recht straff.

3) Neue Bremsbänder mit einem Winkel befestigen, um Trommel legen, fixieren und neues
Loch f. Annietung des zweiten Haltewinkels anreißen. Spiel des Brems-Lösemagneten
berücksichtigen !! Neues Bremsband nach klein.Lochbohrung mit Winkel vernieten (Cu-Niete).
Kompl.neue Bremsbänder an tiefgedrückter Bremstrommel montieren (Sprengringe u. Cu-Draht
od. angeniet. Cu-Blatt) KONTROLLIEREN UND BREMSKRÄFTE EINSTELLEN AN LOCHREIHEN-HEBEL !!
Die Bremsbänder dürfen im gelösten Zustand die Trommeldrehung nicht behindern (Nähe zu
seitl.Wannenhochzug des 1,5mm-Oberblechs beachten.)

4) Kleine G36- Metall-Spulenteller exakt mittig mit je 2,6-3mm-Bohrer im Abstand ( 27,5 mm Abstand !)
für die unteren 2 AEG-Adapter-Haltedorne durchbohren, (ggf. auch Bremstrommel nach Kleinteller-
Festschraubung darunter etwas anbohren)

5) Die obere Chassis-Plastikabdeckung an den Erhöhungen/ Aussparungen f. kleine versetzte
Spulenteller anreißen, je 2 Ausbrüche entsprechend den aufgesetzten bzw. später angeschraubten
Kleintellern entfernen, sodaß die Teller frei drehen ohne zu schleifen.

Es kommt vor, trotz bester Genauigkeit, daß die 30cm-Teller leicht eiern, dann 180 Grad
versetzt neu aufsetzen, oder die Kleinteller darunter zugweise 120 Grad versetzen, bis
minimale Unrundeinstellung, diese farbmarkieren, auch am aufgesetzten, mit Dreizackdorn
festgehaltenen 30cm-teller bzw. dem AEG-Adapter.

Ein Glück ist, daß auch optisch die 30cm-Rundung noch in die profilierte Ausparung der
oberen Plastik-Abdeckung für eigtl. 27,5cm-Spulen paßt, somit ein harmonisches Bild
erzielt wird, ein betriebssicheres Fahren ist ermöglicht, ohne zu schleifen (ggf. vorher
lose anpassen, um die Dimensionen abzuschätzen !).

Das Band-Einfädeln (auf dem studioüblichen 100mm-Metall-Bobby), -Anfahren, -Umspulen
hat stets bei straffem Band und vorsichtig zu geschehen, ggf. sind Bremskräfte nachzustellen
an den Hebeln bzw. Lochreihen der Bremsband-Haltewinkel. Grundsätzlich sind die
Dreizackdorne im AEG-Adapter zu verriegeln, die Maschine kann waagrecht, schräg, auch
mit stehenden Tellern/ Wickeln gefahren werden, wenn alles richtig justiert ist.

Der Bandzug an den Motoren für die großen Teller müßte sich per Änderg. der
Vorwiderstände etwas stärker einstellen lassen, falls für diese Motorart zulässig ?!
Er war bei den B, C, D, E, F-36-Ausführungen auch höher, da es kein dünnes (Dopp.,
später sogar Dreifach !)-Spielband gab, die Spulengröße nur 25cm und leichteres
Plastik war, es war ein überaus schnelles, beeindruckend exaktes Umspulen dieser
Vorgängermaschinen, das alte und (Studio!)-Bandmaterial hielt es aus, die Bremsung
war perfekt. Mit der G36, den größeren und auch schweren Metallspulen samt evtl.
NAB-Adaptern, hat man die U-Geschwindigkeit reduziert oder es wären stärkere,
verteuernde Wick.motoren fällig gewesen.

 


Vollansicht des Gerätes in Betrieb.


nach schräg oben bzw. außen versetzte Orig.-Kleinteller m. Dreizackdorn für Bandspulen bis 27,5cm,
zwei Durchbrüche bzw. Austrennungen in oberer Plastik-Chassisabdeckung notwendig (die einzige
optische Beeinträchtigung, >>>>bei aufgelegt.Tellern, auch bei 27,5cm-Ausführungen >>> UNSICHTBAR!)
... (evtl.später mal, wenn meine G36 wieder komplettiert ist, eine Gesamtansicht ohne Teller u.Spulen)


Schräg nach außen versetzter linker Wickelmotor (Pfeil), befestigt in drei neuen 4mm-Schraubenlöchern
bzw. 1 Beilagring + Schraube mit lose aufgesetztem alten, kürzeren Bremsband zum Vergleich.


Schräg nach außen versetzter linker Wickelmotor (Pfeil), befestigt in drei neuen 4mm-Schraubenlöchern
bzw. 1 Beilagring + Schraube, mit längerem neu gefertigten Bremsband.